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NYX - Amiga-Prototyp

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Advanced Amiga Architecture (AAA oder Triple-A) mit 64-bit Grafik, sollte der Nachfolge-Chipsatz von AGA werden. Es sollte zeitgemäße Leistung mit weitgehender Kompatibilität zum vorherigen Amiga-ECS-Chipsatz verbinden. Da abzusehen war, dass AAA wegen zu hoher Kosten und geringer Leistung im Vergleich zu PC-Grafikkarten nicht konkurrenzfähig sein würde, wurde die Entwicklung 1993 zugunsten des Hombre-Chipsatzes eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt existierten bereits Hardware-Muster der Chips, die allerdings noch stark fehlerbehaftet waren. Drei 'NYX - Amiga-Prototyp' genannte Prototypen wurden als Technologiedemonstration und zur Fehlersuche gebaut. Unter anderem war Dave Haynie an der Entwicklung beteiligt.


Nyx ist in der griechischen Mythologie die Göttin und Personifikation der Nacht. Tochter des Chaos.


DAS "AAA" - Projekt

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DAS „AAA“ - Projekt (32 & 64 BIT Chipsets!) Das neue Chipset sollte einen kompletten Bruch zu der bisherigen Grafikarchitektur im Amiga darstellen. Die neuen Customchips waren modular geplant, d.h. man konnte zwischen einer low- und High - End version wählen. Dabei waren sie leistungsfähiger als jene, die heutzutage das Herz der „Nintendo 64“ Konsolen beherbergen - übertrafen sogar Silicon Graphics Workstations. Bis zuletzt wurde mit einem HP-Prozessor experimentiert, bei dem die neuen „AAA“ - Chips hätten integriert werden können; die neuen Modelle wären also EIN-Chip-Geräte geworden. Auch die Grafikausgabe wurde erheblich verbessert und wäre bei erscheinen des Chipsets bahnbrechend gewesen. Die neuen Chips hatten folgende Bezeichnungen und Funktionen:
Andrea - Chip: Andrea war verantwortlich für den Bus - Controller im Mittelpunkt des Chipsets. Er kontrollierte alle Chip Ram Aktivitäten, sowie die Taktung und das Timing der Videoausgabe. Er beinhaltete auch den „AAA“ - Blitter.
Linda - Chip: „Linda“ stellte einen doppelt gepufferten „Line-buffer“ dar, der es möglich machte, einzelne Pixels und den Chip - Bus mit unterschiedlichen Taktungen zu betreiben. Er hatte außerdem einige Kompressionstricks implementiert. Das 64 bit „AAA“ - System benutzte 2 „Monica“ und „Linda“ - Chips.
Mary - Chip: „Mary“ übernahm die Funktion von „Paula“ im „AAA“ - Designe. Er war verantwortlich für das Diskettenlaufwerk, das serielle I/O und den Audiobereich. Dave Haynie, einer der „AAA“ - Entwickler beschrieb „Mary“ als äußerst leistungsstark, da er Soundsamples mit bis zu 50khz und 16 Bit verarbeiten konnte.
Monica - Chip: Monica übernahm die Funktion von „Denise“ und „Lisa“ der vorangegangenen Chipsets. Er diente als Grafikkonroller und verwaltete die durch „Andrea“ und „Linda“ generierten Grafik- und Taktdaten für die Bildschirmausgabe. Zudem war er verantwortlich für die „Chunky-to-planar“ Modes. HAM, HAM8, True-Color, und den neuen 10-Bit HAM - Modus zur 24-Bit Grafikausgabe. Leider kam jedoch „AAA“ nie aus dem Prototypenstatus heraus - und auch diese verschwanden nach dem Konkurs von Commodore im Jahre 1994.


Quellen:


"Nyx/AAA" - Prototyp

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Dave Haynie beschreibt die unten abgebildeten Photos eines der seltenen „Nyx/AAA“ - Prototyp - Motherboards folgendermaßen: „Im Gegensatz zu anderen Amiga - Prototyp - Motherboards, war das „Nyx“ - Projekt zu keiner Zeit dazu gedacht, als Serienmodell gefertigt und verkauft zu werden. Hätte Commodore überlebt, hätten die ersten „AAA“ - Systeme wohl auf der „Acutiator“ - Architektur basiert. „Nyx“ hingegen verwendete die Amiga 3000 Architektur und zahlreiche „High - Speed“ - Pal - Chips um eine Anpassung an die neue Chip -Umgebung realisieren zu können, aufbauend auf den Ideen, die den A3000 ausmachten. Links auf dem Board ist ein kombinierter Zorro III/Video - Steckplatz zu sehn. Der darüberliegende Steckplatz ist ein Zorro III/Grafik - Slot. Der Grafik - Steckplatz hätte den direkten digitalen Zugriff auf das Grafiksystem des Rechners, insbesonders auf die Daten, welche den „Monica“ - Chip („Denise“ - Ersatz) versorgt hätten, ermöglicht. Ein Eingabegerät für grafische Zwecke hätte also hier verwendet werden können. Gleich darüber ist ein normaler Zorro III - Slot angebracht. Und direkt darüber befinden sich zwei Chip - RAM - Module. Das „Nyx“ - System hätte entweder mit sogenanntem „Fast-Page Mode“ - Speichermodulen oder Video - Memory, doppelt bestückt, mit 32 Bit auf der Seite des CPU - Steckplatzes und mit 32/64 Bit - Modulen auf der Grafik - Port Seite betrieben werden können. Auf dem Board befinden sich keine Sonderchips. Es wurden nicht viele „AAA“ - Chips gefertigt und einige, wie zum Beispiel „Andrea“, hätten neu überarbeitet werden müssen, um korrekt zu funktionieren. Dies wäre allerdings ein ziemlich teures Unterfangen gewesen und Commodore konnte sich so etwas nicht mehr leisten. Die zwei großen Chip - Steckplätze neben den Chip - RAM - Slots waren für die Sonderchips „Linda“ und „Monica“ gedacht. Der Platz darüber, war für zusätzliche „Monica“- und „Linda“- Chips ausgelegt, um ein 64 Bit System zu ermöglichen. Der nächste große Steckplatz darüber sollte den „Andrea“ - Chip aufnehmen, der die „Agnus/Alice“ - Chips aus den früheren Amiga - Modellen ersetzen sollte. Nach einer Reihe von Verbindungssteckplätzen für digitale Messgeräte, die lediglich für Prototyp - Boards gedacht waren, um Fehler und Funktionen zu analysieren, ist der letzte der „AAA“ - Steckplätze zu sehn. Dieser war für den „Mary“ - Chip gedacht. „Mary“ hätte die Funktionen von „Paula“ übernehmen sollen: Floppy, Audio, etc. „Nyx“ machte nicht nur alleine „AAA“ aus, aber es war in vielen Dingen ein Ansatz einer kommenden Generation von Amiga - Computern. An der unteren Seite des Motherboards kann man gut die Steckplätze für SIMM - Module erkennen, die das FAST - RAM der Computer beherbergen sollten. Direkt daneben gab es einen SIMM - Steckplatz für ein ROM, der entweder das gewöhnliche Amiga - ROM oder ein Flash - ROM hätte aufnehmen können. Über dem ROM - Simm befindet sich ein Amiga 3000 ähnlicher CPU - Steckplatz - das „Nyx“ - Motherboard verfügte nämlich über keine integrierte CPU. Es gibt auch einen „Gary“ - Chip dort und rechts daneben eine Anzahl von schnellen PAL`s und Uhr - Steckplätze. „AAA“ war seiner Zeit weit voraus und in einer Sache ganz besonders: Die Rechner sollten tatsächlich über einen „On - Chip“ - Grafik - Taktgenerator verfügen. Man hätte das Board sogar um bis zu vier Grafik -Taktgeneratoren aufrüsten können, die sogar unbemerkt zusammengearbeitet hätten. Das Resultat wären stabile Auflösungen gewesen, die ohne eine Grafikkartenerweiterung jederzeit um zusätzliche Auflösungen erweitert hätten werden können. Der einfachste Grund, warum es nicht möglich ist, einen Amiga - ähnlichen Screen auf einem PC darzustellen ist das Fehlen des „Copper“ - Chips. Allerdings besitzen heutzutage schon einige Grafikkarten solche erweiterten Co-Prozessoren und sind dazu mittlerweile auch schon in der Lage. Dennoch nimmt es bei solche Karten in PC´s immer eine gewisse Zeit (so ein bis zwei Sekunden) in Anspruch, bis der Screen gewechselt ist. Ursache dafür ist die mit der neuen Auflösung sich ändernde „Pixeltaktung“, die der PLL - Chip mit „umschalten“ muß. Bei „AAA“ hatten wir dieses Problem mit den vier speziellen Taktgeneratoren reibungslos gelöst. Es wäre dadurch sogar möglich gewesen, mehrere Screens mit unterschiedlichen Taktungen und Auflösungen simultan darzustellen. Das zweite Photo ist eine Detailaufnahme der unteren linken Ecke des Mainboards. Deutlich zu erkennen sind hier die Versionsnummer und der Hersteller. Der Keyboard - Anschluss unten auf dem Board war weiterhin kompatibel mit den A3000/A4000 - Tastaturen, hätte aber auch in einem sogenannten „Desktop - Bus“ - Modus, ähnlich dem „Apple Desktop Bus (ADB)“ oder dem „DEC - Access“ betrieben werden können.“

Bezugsquellen

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· Zuletzt geändert: 2015/03/06 05:56